Neuer Lesestoff: Nur noch in der Blogroll

Wenn Ihr hier doch noch neue Geschichten sucht oder einfach mal so vorbei schaut: Dieser Blog ist wirklich eingestellt, auch wenn es schwer fällt. Hier passiert nichts mehr, außer dass die Pixel langsam anfangen zu rosten, sich allmählich Staub auf die Kommentare legt und Spinnweben zwischen den Absätzen entstehen werden.

Um neue unterhaltsame Berichte aus Rettungsdienst, Krankenhaus und so weiter zu lesen, schaut doch einfach in die Blogroll auf der rechten Seite. Da sollte für jeden Geschmack etwas dabei sein!

Das hier ist jetzt aber wirklich der letzte Beitrag. Macht’s gut und danke für den Fisch. Winke winke!

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Abschied, Dank und Lesetipp

Hallo liebe Leserinnen und Leser.

Ich bin glücklich und erstaunt, was aus diesem Blog in den letzten eineinhalb Jahren geworden ist. Angefangen hat das ganze ja als virtuelles Berichtsheft, in dem ich nur stichwortartig die Erlebnisse meines Rettungsdienst-Praktikums festhalten wollte. Das angepeilte Zielpublikum waren damals zwei oder drei Familienmitglieder, die ich so über mein neues medizinisches Hobby auf dem Laufenden halten wollte.

Durch wechselseitige Verweise, Kommentare und Tweets ist dieser Blog dann aber ein – ganz bescheidener – Teil der aktuellen Rettungsdienstblogosphäre geworden. Als heimliche Vorbilder, gelegentliche Kommentatoren, Twitterfreunde und nicht zu unterschätzende Trafficbringer möchte ich ohne Anspruch auf Vollständigkeit nennen: Alltagimrettungsdienst, den Krangewarefahrer, Avialle, den Rettungsdienstblog, Hermione, Firefox, die Rettungsschnepfe, Frollein Ronja und Pharmama. Besonders fleißige Kommentatoren waren BRC_Medic und Mr. Gaunt. Seit dem Start im August 2010 hatte ich so immerhin 54.000 Seitenaufrufe und 426 Kommentare zu meinen insgesamt 112 Beiträgen.

Diese kleine Erfolgsgeschichte freut mich und macht mich ein bisschen stolz. Gleichzeitig gibt es aber auch Dinge, die mich beim Schreiben als “Hauptstadtsani” zunehmend stören. Erstens haben vor einiger Zeit diverse Kameraden und auch Chefs aus meiner Hilfsorganisation meinen Blog entdeckt. Da ich sehr nette und internet-affine Chefs habe, stören sie sich zwar nicht an meinen Blogaktivitäten, trotzdem habe ich seitdem immer eine imaginäre Schere im Kopf. Was nützt es, wenn ich hier keine Namen nenne, aber ich meine Geschichten gar nicht so sehr anonymisieren kann, dass die Betroffenen sich nicht doch wiedererkennen und sich durch meine bissigen Kommentare beleidigt fühlen? Und bissige Kommentare ist auch gleich das zweite Stichwort. In der letzten Zeit ist der ”Hauptstadtsani” zunehmend ein Rant-Blog, das sich vorrangig darüber auslässt, wie doof und unfähig doch die Kollegen sind. Ja, jeder regt sich mal über seine Mitmenschen auf, und jeder muss mal Dampf ablassen. Aber der echte Mensch hinter dem “Hauptstadtsani” ist eigentlich jemand, der durch seine Ruhe, Geduld und Gelassenheit überzeugt, und so ärgere ich mich immer mehr über meinen oft sehr plakativ geäußerten Ärger :-)

Beim Blick in die Zukunft muss ich außerdem feststellen, dass es mich wohl früher oder später aus der Hauptstadt wegziehen wird und ich schon heute gar kein Sani mehr bin, sondern Rettungssani und in ferner Zukunft Assi(-stent). Nicht mal der Name passt mehr ;-)

Als Ergebnis habe ich beschlossen, den ”Hauptstadtsani” erst einmal nicht mehr aktiv weiterzuführen. Der Blog und mein Twitter-Account bleiben online und vielleicht schaue ich gelegentlich mal vorbei und schreibe ein paar Zeilen, aber eigentlich ist jetzt auf unbestimmte Zeit Pause.

Ganz ohne Trost möchte ich Euch aber nicht zurücklassen. Ich habe irgendwo in Deutschland einen sehr guten und engen Freund, fast einen eineiigen Zwilling, der noch viel cooler und unterhaltsamer ist als ich. Dieser Freund startet zufälligerweise demnächst auch seine Ausbildung zum Rettungsassistenten und, welche Überraschung, er bloggt unter dem Namen Der Rettungslehrling und twittert auch! ;-) Also macht dem Rettungslehrling eine Freude und schaut mal bei ihm vorbei!

Ich selbst verabschiede mich jedenfalls erst einmal.

Viele liebe Grüße, vielen Dank für Eure Treue und bis irgendwann mal!

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Die Erde zittert schon leicht

Ein Kollege ist zu wiederholten Male unangenehm aufgefallen und wird zum wiederholten Male dafür gerügt. Seine stoische Antwort: “Ja, ich habe gelernt, bei solchen Ermahnungen von Vorgesetzten muss man einfach die Klappe halten – Augen zu und durch!” Nein, lieber Kollege, du sollst nicht die Klappe halten, du sollst endlich dein Verhalten ändern. ENDLICH DEIN VERHALTEN ÄNDERN!!!

Aus eigener beruflicher und persönlicher Erfahrung kann ich in diesem Zusammenhang berichten, dass auf jeden Schrecken ohne Ende dann doch irgendwann ein Ende mit Schrecken folgt. Irgendwann steigt der Druck in der unterirdischen Magmakammer ins Unermessliche, auch wenn oben auf der Erdoberfläche noch die bunten Blumen blühen und die Vöglein friedlich zwitschern, und auf einmal: KABUMM – Vulkanausbruch!

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Solche und solche

Beim kürzlich abgeschlossenen Sanitätsdienst-Großeinsatz waren auch jede Menge “Gast-Sanis” von auswärts zur Unterstützung dabei, mit denen man bunt zusammengewürfelt wurde. Selten hat man so plastisch gesehen, wie unterschiedlich doch die menschlichen und fachlichen Qualifikationen im Sanitäts- und Rettungsdienst vertreten sind.

Mit einem RA aus der Brandenburger Landrettung war ich beispielsweise gleich auf einer Wellenlänge, weil wir eher ruhige Charaktere waren, die beim Kennenlernen neuer Kollegen erst mal “die Lage sondieren”, anstatt zur Begrüßung lautstark herumzupoltern und allen auf die Nase zu binden wie wichtig wir sind. Am Ende hat er mir dann noch seine Visitenkarte zugesteckt, weil er irgendein Funktionsträger bei sich im Rettungsdienstbereich ist: Wenn ich in Brandenburg einen Platz für das Anerkennungsjahr zum RA suchen sollte, soll ich mich bei ihm melden :-)

Gleicher Tag, anderer Rettungsassistent: Modell “Derber wuchtiger Bauertrottel”. Zieht sich erstmal die Stiefel aus, schmeißt seine 150 Kilo zum Pennen auf eine bereitstehende Untersuchungsliege und krakeelt: “Alter, isch hab Nacken! Jetzt bräuchte ich ne Nutte, die mich mal ordentlich durchknetet! Muhahaha!” Während in der Tür der nächste Patient steht. Oh mann…

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Er wollte nicht hören…

Wenn ein Notfallpatient eine Behandlung oder einen Transport ins Krankenhaus gegen ärztlichen/rettungsdienstlichen Rat ablehnt, lasst euch das unbedingt schriftlich geben. Das entlastet euch rechtlich und menschlich wirklich sehr, wenn ihr dann nur eine Stunde später zur Reanimation des selben Patienten gerufen werdet. Ist ne aktuelle Erfahrung von Kollegen von mir…

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Verschätzt

“Der Mann hat einen Herzanfall…”
so ruft ganz laut ein Sanitäter
und macht am Funk sogleich Krawall:
“…nen RTW, jetzt gleich, nicht später!”

“Du brauchst auch einen Arzt für’s Herz…”
sagt daraufhin die Funkzentrale
und wirft ein NEF – kein Scherz -
mit in die Einsatzmittelschale.

Am Ende war es dann ganz locker,
im Taxi fuhr der Mann nach Haus.
Der Sani fiel beschämt vom Hocker,
ein Fehlalarm, mehr wurd’ nicht draus.

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Neulich auf’m RTW

Rettungssanitäterin bei der Übergabe eines Patienten an die soeben eingetroffene Notärztin: “Ansprechbarer Patient mit implantierten Defibrillator, hat einen Schwächeanfall unklarer Ursache erlitten, Vitalwerte sind…”

Notärztin unterbricht barsch: “Wenn der Patient noch mit mir sprechen kann, scheint es ihm nicht so schlecht zu gehen, da brauche ich keine Werte!”

Öh, ja, wozu auch? Werte und Zahlen sind was für blutige Anfänger, Profis entscheiden mit dem Bauch. Und nen Blutdruck von 60 systolisch haben wir so wie der Patient ja alle mal, das ist nix besonderes oder erwähnenswertes… *kopfschüttel*

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